Die aufgrund des Älterwerdens der Menschen deutlich steigende Zahl von Erkrankungen an der Altersbedingten Makuladegeneration (AMD) erzeugt hin und wieder erstaunenswerte, um nich zu sagen kreative Ergebnisse
Eine unangenehme und auch sehr behindernde Folge bei dieser Erkrankung ist die nachlassende Lesefähigkeit, die sich u. a. in Verstümmelung von Buchstaben beim Lesen auswirkt. So fehlt manchmal bei einigen Buchstaben ein wichtiger Bestandteil, z. B. beim kleinen r oben rechts der Bogen, wobei bei mir ein i entsteht. Manchmal fehlt auf den ersten Blick auch ein ganzer Buchstabe. Wenn beispielsweise in der Zeitung im Sportteil die Überschrift steht: „Trainer schweisst die Mannschaft zusammen“, kann es passieren, dass beim ersten Hinsehen das w fehlt.
Ein klassisch zu bezeichnendes Beispiel ist mir neulich beim Fernsehen passiert. Am Ende einer ernsthaften Diskussion in der ARD über ein politisch hochbrisantest Thema erschien auf dem Bildschirm unten rechts
www.daserste.de . Ich las aber, aufgrund meiner AMD
www.desaster.de Erstaunlich ist, dass tatsächlich alle Buchstaben, und nur diese, in beiden Wörtern vorkommen.
Jetzt erhebt sich natürlich die tiefenpsychologische Frage: Wie und warum ist diese „Verstümmelung“ entstanden? Ehrlich, die Programmgestaltung der ARD halte ich, trotz einiger nicht unerheblicher Vorbehalte und konkreter Irritationen, nicht für „desaströs“. Ist mein Unterbewusstsein vielleicht doch sensibler als mein „Oberbewusstsein“? Muss ich mich nach diesem Vorfall vielleicht doch beim Psychiater auf die Couch legen?
Ich werde den Vorfall noch einige Zeit überschlafen. Dabei bin ich gespannt auf meine Träume.
Ägidius Habakuk