maskulin und/oder feminin

So viel Zeit muss sein

 Es wird immer öfter Mode, dass in Meldungen, Berichten, Ausschreibungen etc Adressaten von Berufsgruppen, die aus männlichen und weiblichen Personen bestehen, die geschlechtsspezifische Gleichstellung seltsame Blüten treibt. Wenn von Lehrern und Lehrerinnen die Rede ist, dann steht in der Meldung „Lehrer/innen“. Das ist für mich gerade noch, jedoch schwer zu ertragen. Noch übler finde ich die Form „LehrerInnen“. Oft beobachte ich inzwischen, dass nur noch die weibliche Form „Lehrerinnen“ verwendet wird, wahrscheinlich in der Annahme, dass die bislang dominierenden männlichen Mitglieder dieser Gruppe demütig ihre Hintanstellung, nein, ihre totale Eliminierung dulden.

Mit Verlaub: Ich bin für die rigorose Gleichbehandlung weiblicher und männlicher Kollegen jedweder Berufs- oder Standesgattung in Berichten, Protokollen, Ausschreibungen etc. Nur sollte man dabei die schriftliche Form nicht vergewaltigen. Ich plädiere dafür, dass in all diesen Dokumenten jedes Geschlecht in voller Achtung seiner (Neutrum!) Gleichwertigkeit und in gebührender Beachtung der deutschen Rechtschreibung gekennzeichnet wird. Das heißt konkret: „An der Bezirkstagung der Lehrerinnen und Lehrer...“. Und nicht: „An der Bezirkstagung der Lehrer/innen...“. Nebenbei: In letzterer Fassung sind die weiblichen Berufskolleginnen doch orthografisch benachteiligt! Darum meine Anregung: „So viel Zeit muss sein.“

Ägidius Habakuk

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