Heuschrecken

Dieser Begriff aus der Zoologie wird gegenwärtig auch im Bereich der Wirtschaft angewandt. Da stürzen sich Industrieunternehmen auf einen Bereich, der sich meistens nicht im Inland , sondern im ganz fernen Ausland befindet. Sie nutzen einen boomenden Industriezweig aus, kassieren Spitzendividenden, und stürzen sich nach „Kahlfressen“ des Terrains auf den nächsten lukrativen Platz. Ähnliches scheint sich auch im Unterhaltungssektor abzuspielen. Die leichtere Form wird gern mit dem Begriff „Trittbrettfahrer“ bezeichnet. Was mir auffällt ist Folgendes.

Da schreibt ein in den Medien sehr bekannter und beliebter Unterhalter ein Buch mit dem Titel: „Ich bin dann mal weg.“ Es geht dabei bekanntermaßen um die Erlebnisse des Autors auf seinem Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Dieses Werk besetzte wochenlang Spitzenplätze in den Charts der Buchverlage. Und nach gar nicht so langer Zeit kommt ein „Trittbrettfahrer“, der Münchner Fernsehsender „Pro Sieben“, auf die Idee, fünf „Promis“ auf den Weg nach Santiago de Compostela zu schicken. Der Sender will über eine manchmal „qualvolle und manchmal glücklich machende Reise“ berichten. Das legt die Vermutung nahe, dass dieser Plan wahrscheinlich noch aus einen anderen Impuls entstand. Da erleben doch im australischen Dschungel eine Reihe von Promis qualvolle und manchmal glücklich machende Erfahrungen. Kurz: Der Sender liegt mit seinen Planungen „voll im Trend“.

Bei nüchterner und kritischer Betrachtung wimmelt es nicht nur im wirtschaftlichen, sondern auch im allgemein gesellschaftlichen Bereich von zahlreichen „Heuschrecken.“. Was schlussendlich noch zu bemerken ist, dass die Heuschreckenplage schon in der Bibel mehrfach, u.a.. im 2. Buch Moses, als achte der zehn ägyptischen Plagen als Strafe Gottes beschrieben wird. Das sollte uns zu denken geben.

Ägidius Habakuk

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