Wenngleich die Welle der Piercing-Hysterie ihren Höhepunkt überschritten hat, lohnt sich ein Rückblick auf eine Nutzergruppe, die insofern bisher kaum in Erscheinung trat; die Rentner. Tatsächlich, es gibt das Rentner-Piercing. Zugegeben, die Nutzer dieser Möglichkeit konnten von der Öffentllichkeit so gut wie nie wahrgenommen werden. Das trifft allerdings auf mehrere Piercing-Formen zu, beispielsweise das Intim-Piercing. Ich nehme an, dass viele Bürger davon gehört haben. Man könnte das Rentner-Piercing auch zu den mannigfachen Formen des Intim-Piercings zählen. Metallteile an den Lippen und der Zunge sind leicht wahrnehmbar. Jedoch die Implantate, die gemeinte Form des Rentner-Piercings, sind nur selten sichtbar, eigentlich nur beim Zähneputzen. Denn danach werden die Implantate durch eine Unterkiefer-Prothese verdeckt.
Warum ich das so ausführlich schildere? Rentner werden sehr häufig als rückständig, den Fortschritten der technischen Entwicklung zurückhaltend bis ablehnend gegenüberstehend bezeichnet, doch das obige Beispiel ist ein Beleg unter mehreren vom Gegenteil dieser Auffassung.
Ägidius Habakuk


