Als Grundlage für die Multiplikatorenfortbildung des Projektes wurde von der Konzeptgruppe ein Konzept erarbeitet, welches den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Diskussion in den Bereichen intergenerationelles Lernen und Bildung für eine nachhaltige Entwicklung berücksichtigt.
Die Fortbildung wird für 16 Personen aus 15 Projektstandorten angeboten und gliedert sich in drei Phasen.
Phasen der Fortbildung
Kompetenzmatrix
Die Kompetenzmatrix dient innerhalb der Fortbildung als ein Instrument des partizipativen Lernens und soll verdeutlichen helfen, über welche Kompetenzen die Teilnehmenden verfügen und in welchen sie ihre persönlichen Kompetenzbereiche erweitern wollen. Auf der Auftaktveranstaltung wird diese Matrix mit den Teilnehmenden diskutiert und diese haben die Möglichkeit sich mit vorhandenen Kompetenzen und Wünschen innerhalb der Matrix zu positionieren. Auf dieser Basis können dann verschiedene Module der Fortbildung inhaltlich und methodisch über- oder neu erarbeitet werden.
Die Kompetenzmatrix beinhaltet auf der einen Seite Kompetenzebenen:
Auf der anderen Seite werden drei inhaltliche Bereiche der Fortbildung hervorgehoben:
Partizipatives Lernen
Partizipation ist ein zentrales Element und Qualitätsmerkmal der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Ohne aktive Teilhabe und Mitgestaltung von Einzelnen und Gruppen ist eine nachhaltige Entwicklung global wie lokal nicht zu realisieren.
Vor diesem Hintergrund sollten auch Bildungsprozesse, die im Kontext der Nachhaltigkeit angesiedelt sind, partizipative Lehr- und Lernmethoden berücksichtigen. Dadurch werden Einzelne und Gruppen ermutigt und befähigt, selber aktiv zu werden und zu handeln.
Die Berücksichtigung partizipativer Lernformen und -methoden ist insofern didaktisch von entscheidender Bedeutung, um die Anschlussfähigkeit der Lernprozesse an künftige Situationen und ihre Gestaltung durch die Lernenden zu gewährleisten.
Von daher sollen verschiedene partizipative Lehr- und Lernmethoden in der Fortbildung integriert, erprobt und in ihren Einsatzmöglichkeiten erfahrbar werden.
Das Verhältnis von Bildung und Engagement
Durch Bildung für nachhaltige Entwicklung sollen Menschen befähigt werden, sich für eine sozial und ökonomisch gerechte, eine friedliche und eine ökologisch verträgliche Entwicklung zu engagieren.
Doch stehen die pädagogische Perspektive von Bildung, Lernen und Kompetenzerwerb einerseits und die praktisch-politische Perspektive von Engagement, Handeln und Aktion andererseits in einem kontinuierlichen Spannungsfeld. Oftmals sind die beiden Perspektiven nur schwer voneinander zu trennen, denn Bildungsangebote werden nicht selten mit Aktionsformen und politischen Kampagnen vermischt, sie gehen in einander über und überschneiden sich. Doch das vorliegende Konzept bezieht sich nicht auf eine politische Kampagne oder ein praktisches Aktionsprogramm. Es konkretisiert ein Qualifizierungsprojekt der Erwachsenenbildung und handelt sich somit um ein Bildungsangebot.
Als solches ist die angestrebte Vermittlung und Vertiefung von Kompetenzen im Projekt ein ergebnisoffener Bildungsprozess. Auch die 15 MultiplikatorInnen, die im Rahmen des Projektes qualifiziert werden, müssen akzeptieren, dass trotz eines möglicherweise weitreichenden Kompetenzerwerbs der Teilnehmenden in den 15 Projektstandorten daraus nicht zwingend Aktionen und praktisches und politisches Engagement erfolgen. Welche Konsequenzen Einzelne oder Gruppen letztlich aus dem Bildungsprozess ziehen und wie sie mit ihrem neu Gelerntem umgehen, können MultiplikatorInnen einer intergenerationellen Bildung für nachhaltige Entwicklung sicherlich beeinflussen aber keinesfalls planen, steuern oder gar festlegen. Bildung für nachhaltige Entwicklung kann informieren, sensibilisieren, motivieren und zu Engagement befähigen. Sie kann aber dieses Engagement nicht einfordern.