Schwestern, zur Sonne, zur Freiheit ...

In meinen Einlassungen „maskulin und/oder feminin? So viel Zeit muss sein“ habe ich mich eindeutig zur sprachlichen Gleichbehandlung weiblicher und männlicher Personen jedweder Gruppe bekannt. (Meine Vorstellungen gingen dahin, dass beispielsweise bei Berufsbezeichnungen jedesmal die weibliche und männliche Form ausgeschrieben werden solle und dem berechtigten Anliegen der Gleichbehandlung nicht mit der orthografischen Missgeburt des großen I mitten im Wort Genüge getan sei.) Eine interessante Reaktion eines Lesers auf meinen Vorschlag hat mich noch sensibler gemacht. 

Jetzt las ich in einer verbreiteten Tageszeitung einen Vorschlag, wie Arbeitslosen* bei der Suche nach möglichen Jobs durch nicht mehr berufstätige Bürgerinnen und Bürger Hilfestellung geleistet werden könnte. Diese Gruppe umfasst männliche und weibliche Personen. Es wurde aber nur die Bezeichnung „Rentner“ verwandt. Mir ist auch bisher nie aufgefallen, dass bei Berichten, die sich mit dem Schicksal oder den Aufgaben männlicher und weiblicher Rentner befassen, jemals die Schreibweise Rentner/innen oder RentnerInnen benutzt wurde. Auch ist mir eine entsprechende Reaktion feministischer Kreise auf diesen Mangel nie bekannt geworden. 
Die Frage ist: Woran mag das liegen? Ist die Zahl der Rentnerinnen so gering, dass sie noch keine Lobby haben? Hat diese Gruppe gesellschaftspolitisch noch nicht das notwendige Bewusstsein, hier einen Anspruch formulieren zu können? Oder stehen die Rentnerinnen souverän über dem Streit um eine orthografische Gleichbehandlung in den Medien?

Über Rückäußerungen von Leserinnen und Lesern dieses Beitrags würde ich mich freuen.

Ägidius Habakuk

*hier gibt es Gott sei Dank keinen Stolperstein, denn der oder die Arbeitslose haben grammatikalisch den gleichen Artikel

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