Schlag nach bei .....

Vor längerer Zeit gab es einen Slogan – soll heißen ein geläufiges Wort bzw. einen geläufigen Satz – „Schlag nach bei Shakespeare“. Eine von mir erfundene Variante lautet „Schlag nach bei Loriot“. Wie ich darauf komme?

In meiner abonnierten Tageszeitung (Bild kann man nicht abonnieren) entdeckte ich eine Werbung eines der bekannten Discounter (wie soll man das wohl eindeutschen). Dort wurde folgender Artikel angeboten:

HySkate – Inline-Skater mit gegossenen Super-High-Rebound-Rollen 78A, ABEC-5-Chrom-Kugellager, mit Ersatzstopper, Softboot, bequem und atmungsaktiv, in einer transparenten Skater-Tasche.
Als ich das las, kam mir spontan der Sketch von Loriot „Bettenkauf“ in den Sinn. Da gab es ähnliche Wortschöpfungen. Herr Hallmackenreuter offerierte mehrere Bettenmodelle. Man konnte wählen zwischen einer Schlaf-Sitz-Garnitur mit versenkbaren Rückenpolstern, einer Couch-Dreh-Kombination oder klassischem Horizontal-Ensemble.

Modell »Allegro« bestach durch doppelten Federkern und Palmfaserauflage, auf Wunsch als imprägnierte Halbzwirnware oder gedrilltem Verlon. Außerdem waren die Federmuffen einzeln aufgehängt und kreuzweise verspannt, dadurch hüftfreundlich in der Seiten- und Bauchlage.

Ein anderes Modell mit dem Namen »Presto« zeichnete dreifacher Federkern mit Polyester-Auflage und Stützsperre (bei unruhigem Schlaf) aus. Die konkurierenden Interessen der beiden kaufwilligen Paare und die Auflösung des Konfliktes spielen hier keine Rolle. Aber es liegt doch auf der Hand: Loriot war mit seinen Persiflagen seiner Zeit weit voraus. Anders gedeutet könnte man sagen: Die Werbe-Branche hat von Loriot gelernt. Schlag nach bei Loriot!

Ägidius Habakuk

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